125 JAHRE BELLERSHEIM
Es gab keine stundenlangen Reden und Grußworte zum 125.
Geburtstag der Firmengruppe Bellersheim in Neitersen. Statt dessen ein
heiteres satirisch angelegtes Programm, mit viel Humor. Lachen gehörte
einfach dazu. Perfekt sorgte die Familie für die vielen Gäste aus ganz
Deutschland - mal ganz anders.
Neitersen. Die Wiedhalle in Neitersen war Schauplatz der offiziellen
Geburtstagsfeier des Familienunternehmens Bellersheim. Der 125.
Geburtstag wurde schwungvoll und mit viel Humor gefeiert - in einem
reizvollen Ambiente und mit besonderer Gastlichkeit. Es gab fernab des
ansonsten üblichen Festaktgeschehens mit sich wiederholenden Grußworten
und Glückwunsc-Marathons ein äußerst unterhaltsames Programm. Dabei kam
die Firmengeschichte nicht zu kurz, auch nicht der Blick auf die
Zukunft. Nachdem Ulf Bellersheim die geladenen Gäste aus ganz
Deutschland und der Region begrüßt hatte, darunter auch MdL Thorsten
Wehner, die Landräte Michael Lieber und Achim Schwickert
(Westerwaldkreis) sowie die Ortsbürgermeister, gab er das Mikrofon an
Ferdinand Linzenich. Der Kabarettist und Unternehmer aus
Bergisch-Gladbach sorgte für einen Einblick in die "Kleffhaus"“
(Bellersheim)-Firmengeschichte in Neitersen, die für viel Lachen sorgte.
"Wo ist Neitersen, kann man da ohne Impfung und Visum hinfahren?",
hatte sich Linzenich gefragt, bevor den Auftrag angenommen hatte. Mit
Bildern aus der Vergangenheit des Unternehmens, dessen Geschichte 1884
mit Wilhelm Walterschen begann, holte sich Linzenich Horst und Rudolf
Bellersheim an Mikrofon. Die beiden "Silberrücken der Firma"
kommentierten die Fotos und gaben Auskunft zur Familien- und
Firmengeschichte auf sehr unterhaltsame Weise. So erfuhr das Publikum
von den Anfängen des Fuhrunternehmens an der damals neuen Bahnstrecke in
Neitersen, von dem Start in den Kohle- und Baustoffhandel. In den 50er
Jahren begann die Heizölära, die ersten Ölöfen und das dazugehörige
Heizöl wurden noch mit dem Trecker ausgefahren. Das änderte sich
schnell, die ersten Bellersheim-Lkw fuhren durch den Landkreis.
Die
Zeitreise beinhaltete nicht nur den Wandel des Unternehmens mit all
seinen Facetten in einen modernen Ver- und Entsorgerbetrieb, sie ließ
die Gäste manchmal laut auflachen. "Selbstständig in Deutschland, ist
wie schwanger im Vatikan", sagte Linzenich und führte mit satirischem
Blick auf die Themen Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Entwicklung des
Familienunternehmens scheint davon völlig unberührt, denn mit
Bodenständigkeit und Weitblick sowie einem soliden Konzept, das auch auf
die langjährigen und gut ausgebildeten Mitarbeiter setzt, kommt man
weiter. Simone und Frank Bellersheim übernahmen es, den Gästen die
einzelnen Firmensparten vorzustellen. Versorgen: Dazu zählt unter
anderem ein rund 40 Tankstellen umfassendes Netz. Mit einem Lager für
Sonderabfälle begann der Bellersheim-Entsorgungszweig zu Beginn der 90er
Jahre. Die Bioabfallbehandlung und auch die Hausmüllentsorgung gehören
heute dazu. Natürlich ist der Handel mit Mineralöl und Schmierstoffen
und diversen Schüttgütern geblieben und auch das Transportwesen mit
Gütern aller Art.
Heijo Höfer würdigte das Unternehmen als
verlässlichen Partner, wo das offene Wort noch gelte. Er möchte mal zwei
Tage als Praktikant bei Bellersheim arbeiten, im Gegenzug will Simone
Bellersheim zwei Tage im Rathaus arbeiten.
Der Kabarettist wollte
den Blick in die Zukunft und holte Thomas Bellersheim auf die Bühne,
natürlich gehörten hierzu auch ein paar Familienfotos. "Die Zukunft
möglich machen – aber wie?" – wollte Linzenich wissen. "Unsere Chancen
müssen wir erkennen, nutzen und ausbauen. Dienstleistungen, Logistik und
Entsorgung werden die Zukunft bestimmen, aber einiges ist noch geheim",
sagte Bellersheim. Natürlich zählte er auch die Kraftstoffe der Zukunft
als Chancen hinzu. Wünsche an die Adresse der anwesenden Politik
formulierte er dahin gehend, dass man sich deutlich mehr Verlässlichkeit
von dieser Seite wünscht und mehr Augenmaß, so dass sich die
Unternehmen auch darauf einstellen können.
Für die beiden Landkreise
Altenkirchen und Westerwald brachte Landrat Michael Lieber die
Glückwünsche und streifte die verkehrstechnischen Probleme in
"Bellersheim-Country". "Wir müssen etwas tun, Unternehmen und Politik
müssen zusammenarbeiten", sagte Lieber. Für die IHK Koblenz überreichten
der Beiratsvorsitzende Dr. Ulrich Bernhardt und
IHK-Geschäftsstellenleiterin Dr. Sabine Dyas die Ehrenurkunde zum
Jubiläum an die Familie. Als modernes Dienstleistungsunternehmen - so
präsentierte sich die gesamte Familie: Sie bediente am Ende des
offiziellen Teils ihre Gäste selbst. (Helga Wienand)
Die
beiden "Patriarchen" der Unternehmerfamilie, Horst und Rudolf
Bellersheim, gaben einen Einblick in die 125-jährige Geschichte. Für den
Humor beim ebenso ungewöhnlichen wie reizvollen Festakt sorgte
Ferdinand Linzenich (Mitte).
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